Facebook, Google, Twitter & Co arbeiten mit den Daten der Nutzer, das wissen wir. Das Geschäftsmodell ist bekannt und Jeder der einen der Dienste nutzt, sollte das wissen. Es gibt Nichts umsonst. Niemand schenkt Einem etwas. Programmierer, Server, Leitungen und Energie kosten Geld.
Das die Nutzung obiger Dienste mittlerweile zur Kultur einer Altersgruppe gehört, und Verweigerung an Selbstausgrenzung heranreicht, sei nur erwähnt, aber nicht diskutiert. Das Problem der Datensammler ist nach wie vor die Personalisierung der Daten. Wie kann man aus den Gewohnheiten der Nutzer personalisierte und automatisch ermittelte Profile erstellen? Nur der Nachweis der Erreichbarkeit der Zielgruppe für Werbung bringt viel Geld ein. Wie verfolge, oder Neudeutsch “tracke” ich nun einen Nutzer? Heutzutage passiert das oft durch Cookies in diverser Form. Cookies sind kleine Dateien die auf der Festplatte gespeichert werden und von Jedermann ausgelesen werden. Der Wikipedia-Artikel hierzu ist in der Zusammenfassung auch für technikuninteressierte imho verständlich.
Eine andere Form ist die, ich nenne es mal etwas schwammig, “aktive” Sitzung: Besonders die drei oben namentlich aufgeführten Dienste haben in den letzten Jahren den [ABMELDEN/AUSLOGGEN]-Button versteckt. Wo andere vorbildliche Anbieter, wie z.B. Host-Europe und ich glaube auch GMX bein nächsten Anmelden daran erinnern, das man sich vor dem Schließen des Browsers nicht abgemeldet/ausgeloggt hat, wollen die drei Anbieter dieses nicht, und haben den Knopf auch nicht mehr prominent auf der Hauptseite: Denn solange der Nutzer keine explizite Abmeldung durchgeführt hat, wird der Benutzer auf ALLEN Webseiten eindeutig indentifiziert, die Social-Media-PlugIns beinhalten und nicht das Double-Opt-In umsetzen, wie z.B. mein Blog (abgeschaut bei heise.de).
Also nahezu jede Website, welche das Facebook [gefällt mir], das g+, das Tweet etc. Zeichen hat. meldet den Besucher an das entsprechende soziale Netzwerk. Dadurch werden genaue personenbezogene Internet- und Interessenprofile erstellt. Ich musste ja mittlerweile lernen, dass manche Menschen das wollen, oder warum auch immer unbedenklich finden, allen Anderen bleibt hier nur mein Rat, solange es keine akzeptablen und verbindlichen Datenschutzregeln gibt: Nach dem Besuch von Facebook, Google, Twitter & Co immer den Abmlede/Ausloggen-Menüpunkt wählen. Achtung: Ein Schließen des Browserfensters, oder des kompletten Browsers, hilft nicht! Je nach Konfiguration des Rechners nicht einmal das “Ausschalten”.
Vom Dauerlogin mobiler Geräte will ich gar nicht sprechen, die dazu noch Standorte und Kontakte übermitteln, immer und überall.
Facebook hat grade einen der besten Börsengänge bisher hingelegt. Facebook verdient alleinig Geld mit der Sammlung, Auswertung und Vermarktung persönlicher Daten, Vorlieben und sozialen Netzwerke. Wie die Betrachtung der letzten Jahre zeigt, ist Moral in der Wirtschaft, besonders international und insbesondere in den USA nicht vorhanden. Jeder muss für sich entscheiden, wieviel er von sich preisgibt. Ich bin seit Kurzem ja auch zur Meinung gelangt, dass mein Leben so uninteressant ist, dass ich einen Teil davon Netzwerken kann., besonders bebildert, achte aber auf Zugang, Art und Menge.
Mein Plädoyer geht aber eindeutig zur gesunden Skepsis, was mit den Daten passiert, welche ein Nutzer liefert. Ich glaube auch hier, wie wir es grade in der Politik oder in der Natur sehen: Gleichgültigkeit, Faulheit, oder die Überzeugung, andere werden schon richtig entscheiden, fällt einem irgendwann auf die Füße.
